Ja, ja, ich weiß: Jeder, der beruflich davon abhängig ist, dass seine Word-Dateien, Excel-Listen oder Fotos sicher sind, sollte dann auch regelmäßig eine Datensicherung machen. Ich gebe zu, irgendwie ist mir das mit der Regelmäßigkeit nicht gelungen. Ich hatte nie ein wirklich stimmiges Datensicherungskonzept und habe immer mal wieder einige Dateien auf meine externe Festplatte kopiert. Was mir aber neulich passiert ist, wird mir hoffentlich eine Lehre sein. Zumindest weiß ich seit diesem Vorfall, dass man seine wichtigen Daten zumindest auf 2 verschiedenen Datenträgern haben sollte. Was war los? Ich hatte einige sehr große Word-Dateien, deren Erstellung sehr zeitaufwändig war sowie eine hochkomplexe, zumindest fand ich das, Excel-Datei mit etlichen Verknüpfungen, Bedingungen und so weiter. Wer so eine Excel-Datei mal erstellt hat, weiß, wie viel Arbeit das ist, vor allem dann, wenn man wenig Praxiserfahrung mit solchen Dingen hat. Nun, ja, wie auch immer, ich hatte diese wichtigen Dateien, die mich mehrere Wochenenden Arbeit gekostet hatten, auf eine externe Festplatte gespeichert und um nicht durcheinander zu kommen, die Dateien auf meinem Laptop gelöscht. Also war nur eine Version der Daten auf einem einzigen Datenträger vorhanden. Mir ging es darum, dass ich die Daten bei mir haben wollte, ohne dauernd den schweren Laptop mitzuschleppen. Die Festplatte wollte ich meinen Desktop-PC im Büro anschließen und dort weiter bearbeiten. Und genau da passiert das Unglück. Blöd, wie ich war, schloss ich also die externe Festplatte an einen vorderen USB-Anschluss meines Office-Rechners an und legte sie oben auf das Gehäuse. Alles war gut, Platte wurde vom Rechner erkannt und ich wollte meine Arbeit fortsetzen. Als das Telefon klingelte und ich mich ein wenig mit meinem Stuhl drehen musste, passierte es. Ich blieb an dem USB-Kabel hängen und riss die Festplatte vom Gehäuse des Rechners. Sie fiel relativ hart auf den Parkettfußboden auf, ich macht mir aber noch keine Sorgen, weil die Fallhöhe nicht wirklich hoch war. Leider zeigte der Rechner die Festplatte nicht mehr und ich steckte sie aus und wieder an.
Aber, oh Schreck, der Rechner reagierte überhaupt nicht mehr, will sagen, die Festplatte wurde nicht mehr als solche erkannt und auf meine Daten konnte ich demzufolge nicht mehr zugreifen. Um sicher zu gehen, dass es möglicherweise an meinem Rechner liegt, habe ich die Platte an diversen Rechnern meiner Kollegen angeschlossen, aber überall das gleiche Ergebnis. Auf die Platte konnte nicht mehr zugegriffen werden. So, was nun? Ich recherchierte im Internet, was es für Möglichkeiten gibt, die Daten von der Festplatte zu retten und was ich selbst tun kann. Es gibt zwar mehrere kostenlose Programme für eine Datenrettung bzw. Datenwiederherstellung, aber dazu habe ich auch gelesen, dass ein Laie da auch noch mehr Schaden anrichten kann, wenn er nicht genau weiß, was er da eigentlich genau macht. Schließlich habe ich mich entschieden, die Festplatte von einer Firma für professionelle Datenrettung ansehen zu lassen. Die Bedingungen waren fair, Kosten entstehen nur, wenn die Datenrettung erfolgreich war. Einige Tage, nachdem ich die Festplatte beim Datenretter abgegeben hatte, kam ein ernüchternder Anruf. Die Festplatte habe einen sogenannten Headcrash, sprich der Schreib-Lesekopf ist beschädigt und bewegt sich nicht mehr. Das Ganze wurde durch den doch zu harten Stoß verursacht, der durch den Fall entstanden ist. Man sagte mir, dass eine Datenrettung möglich sei, das würde sich allerdings in einem Preisrahmen von 500,00€ bis 1500,00€ bewegen, weil die Festplatte in einem staubfreien Labor geöffnet werden müsste, um die Scheiben auslesen zu können.

Schweren Herzens gab ich der Firma für Datenrettung den Auftrag, ich wollte auf keinen Fall die ganze Arbeit nochmal machen. Schließlich konnten alle Daten gerettet werden, ich musste an den Datenretter 750,00€ bezahlen. Glück im Unglück: Mein Chef erklärte sich bereit, sich mit 50% an den Kosten der Datenrettung zu beteiligen, sozusagen auch als Honorierung meiner Wochenendarbeiten.